Absicht des Projekts „La Valse“ ist es, das Leben und das Werk von Camille Claudel (1864 – 1943) zu „erleben“, eine durchdachte Anweisung für eine vokale/ theatrale Performance zu erarbeiten und ein Bühnenbild auszustatten, welches als polymorph strukturierter Raum zum Eintauchen dient, um so die Teilnehmer in die Dynamik der Performance zu involvieren.

Die Wahl des Projekts ist vor allem geleitet vom Verständnis einer Skulptur: „La Valse“ - ein Werk auf welches die Künstlerin im Lauf ihres Lebens immer wieder zurückkommt – und von der Betrachtung zweier Photos von Camille: das eine, auf welchem sie als junge Frau eine ihrer wenigen realisierten Arbeiten meißelt, und ein zweites, wo sie als alte und immobile Frau abgebildet ist, die sich im psychiatrischem Krankenhaus von Montdevergues befindet.

Die performative Arbeit teilt sich auch in zwei vollkommen getrennte Phasen: einerseits die Darstellung unter verschiedenen Formen des Lebens der Skulpturkünstlerin und selbständigen Madame Camille Claudel, welches abrupt durch ihre Einlieferung im Jahre 1913 nach 30-jähriger Tätigkeit unterbrochen wird, und andrerseits ein Versuch die ebenso vielen Jahre, die sie im psychiatrischem Krankenhaus zubringt ohne sich jemals wieder der Skulpurkunst zu widmen, emphatisch zu begreifen und widerzugeben.

Während der erste Teil der Arbeit die Aufmerksamkeit auf das künstlerische Leben von Camille Claudel und der autobiografischen Ereignisse, die eng mit ihr verbunden sind, lenkt, konzentriert sich der zweite Teil ausschließlich auf das Photo, auf welchem sie in scheinbarer Ruhe, mit rätselhaftem Blick, sitzend abgebildet ist.

Ihr Mythos wird erforscht, wie eine nach außen gerichtete Kraft, die physische Räume und Aktionsplätze verändert (abgesehen vom Kommunikationsmittel und den semantischen Werten, abgesehen auch vom Ausdruck des Seelenzustands, welcher nicht mittels physischen Aktionen und Anstrengungen erklärbar ist, und natürlich vom Ursprung der Klangwellen).

Aber auch ihr Mythos, welcher als innere Kraft wahrgenommen wird, der im Körper lebt bevor er diesen verlässt, welcher das Labyrinth erforscht und dann verfremdet wieder tönt, welcher lange gärt bevor er hervorkommt um dann gehört zu werden oder welcher sich entscheidet überhaupt nicht hervorzukommen und schließlich implodiert, um als eine Art interne Skulptur sich selbst zu schaffen.

 

 

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